6. Alpine Peace Crossing 2012 - Friedenswanderung

29./30.Juni 2012

Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums wird die Bergwacht Württemberg an diesem Friedensmarsch teilnehmen. Diese Friedenswanderung, die auf derselben Route stattfindet, auf der 1947 über 5.000 jüdische Flüchtlinge ihren besonders beschwerlichen Weg über die Tauern in die Freiheit beschritten, ist heute allen Flüchtlingen weltweit gewidmet und soll auf deren Situation in den jeweiligen "Gast"ländern aufmerksam machen.

Ein kurzes Video über die APC-Friedenswanderung 2011 verschafft einen sehr guten Eindruck.

Vor allem aber auch unsere persönlichen Erfahrungen mit Flüchtlingen, die wir im Rahmen unseres Einsatzes 1991 im Rahmen der "Kurden-Hilfe" in Kurdistan nach dem 1. Irak-Krieg machen konnten, sprechen für eine Teilnahme an dieser Friedenswanderung.


 

Grußwort

des Präsidenten des DRK-Landesverband Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz

Grußwort [PDF] [76 KB]

 

Dankesschreiben

des Vorsitzender des Vorstandes des APC - Alpine Peace Crossing - Verein für Flüchtlingshilfe, Dr. Ernst Löschner:

Sehr geehrter Herr Präsident,
Lieber Herr Dr. Menz,

mit Ihrem Brief vom 20.6. 2012 habe Sie uns eine große Freude bereitet. Er ist für uns ein schönes Dokument der Solidarität des Deutschen Roten Kreuzes mit den Zielen von Alpine Peace Crossing. Darüber hinaus dürfen wir ihn auch als Zeichen Ihrer persönlichen Verbundenheit werten.

Raimund Wimmer hat in seinem eindrucksvollen Bericht über die Arbeit des DRK und das Engagement der Bergwacht Württemberg bei der Kurdenhilfe 1991 Ihren Brief verlesen. Brief und Bericht haben die 250 Teilnehmer des Krimmler Friedensdialoges beeindruckt. Ich sende Ihnen im Anhang meinen Bericht über das 6. APC, in dem auch dieser Programmpunkt hervorgehoben wird, und möchte mich bei dieser Gelegenheit nochmals für Ihr Interesse bedanken.

Soferne Sie mit einer Aussendung darauf hinweisen könnten, dass APC nicht nur zu aktuellen Flüchtlingsthemen sensibilisiert, sondern auch aktive Hilfe für Flüchtlinge und Asylwerber in Notsituationen leistet, würde uns dies freuen, denn ohne finanzielle Zuwendungen von Seiten jener, die die Arbeit von APC gut finden, wäre diese Arbeit nicht in dieser Form möglich.

Unser Dank an Sie und Raimund Wimmer ist auch im Namen von Bürgermeister Erich Czerny und Prof. Hans Nerbl ausgesprochen (beide sind stv. Vorsitzende von APC), die gemeinsam mit mir das 6. APC organisiert haben. Gleichzeitig darf ich schon auf das 7. APC hinweisen. Es findet am 28./29. Juni 2013 statt, und wenn Sie persönlich zu uns kommen könnten, dann würden wir dies natürlich als besondere Auszeichnung empfinden.

Mit unseren besten Grüßen und Wünschen
bin ich
Ihr
Ernst Löschner

Rückblick

Das 6. Alpine Peace Crossing - wiederum mit dem "Krimmler Friedensdialog" und der "APC-Friedenswanderung" - fand am 29. und 30. Juni 2012 statt.

Das Programm dieses Jahres hatte die Tibetischen Flüchtlinge zum Schwerpunktthema.

An der APC-Friedenswanderung nahmen bei Kaiserwetter 161 Personen teil, darunter 20 Flüchtlinge, die in Österreich um Asyl angesucht und in einigen Fällen auch schon erhalten haben.

Ernst Löschner, Vorstandsvorsitzender von APC, hat seine Eindrücke vom Krimmler Friedensdialog und der APC-Friedenswanderung in seinem Rückblick ausführlich beschrieben.

Pressemitteilung

Bergwacht Württemberg beim 6. „Alpine Peace Crossing“ (APC) und "Krimmler Friedensdialog"

Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen auf der Flucht. Es gibt genug Gründe, die die Fragen nach dem "Warum" beantworten könnten: sie werden von politischen Systemen oder aus religiösen oder ethnischen Gründen verfolgt, es fehlt den flüchtenden Menschen am Notwendigsten zum Leben, sie fliehen aus purer Not und Angst. Wie auch immer, es gibt genug Gründe, aber niemand flüchtet freiwillig!

2007 jährte sich zum 60. Mal die Flucht von rund 5 000 Juden über den Krimmler Tauern nach Italien. Dies war Anlass für den Wiener Dr. Ernst Löschner zusammen mit engagierten Österreichern einen Marsch auf der damals begangenen Route zu organisieren. Seither findet dieser Marsch jährlich statt und ist allen Flüchtlingen auf der Welt gewidmet. Dies kommt vor Allem in dem ebenfalls gegründeten "Krimmler Friedensdialog" zum Ausdruck, der jedes Jahr andere Flüchtlingsschicksale in den Fokus rückt. Dieses Jahr standen die tibetischen Flüchtlinge im Mittelpunkt.

Bei einer Veranstaltung mit dem Dalai Lama, an der ich im Mai dieses Jahres teilgenommen habe, entstand der Kontakt zu APC, der Mitveranstalter war. Ich berichtete über das Enagement der Bergwacht Württemberg im Jahre 1991 im Rahmen der "Operation Kurdenhilfe". Ca. 2,5 Millionen Menschen waren seinerzeit auf der Flucht aus dem Irak in die Kurdengebiete im Iran, Irak und der Türkei. Als kurz darauf die Bitte von APC ausgesprochen wurde, doch an dem Friedensdialog über unseren Einsatz zu berichten und an der Friedenswanderung teilzunehmen, beschloss die Landesleitung der Bergwacht Württemberg diese Veranstaltung auch in das Jubiläumsprogramm aufzunehmen, ich wurde beauftragt, die Bergwacht Württemberg in Krimml zu vertreten. Da ich selbst im Rahmen der Kurdenhilfe im Einsatz war, konnte ich aus eigener Erfahrung berichten.

Beim Friedensdialog in der vollbesetzten Turnhalle der Krimmler Volksschule konnte ich ein Grußwort des Präsidenten des DRK Landesverbands Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz verlesen und kurz über den Einsatz der Bergwacht berichten. Dieser Bericht hat auch durch die Bilder, die ich vom Einsatz zeigen konnte, einen tiefen Eindruck bei den Besuchern hinterlassen. Der Leiter des Tibetzentrums Österreich, Lama Geshe Tenzin Dhargye berichtete über die Situation der Tibeter in ihrem eigenen Land. Nach der Vorführung des Films "Flucht über den Himalaya" von Maria Blumencron führte Hans Dieter Nerbl, Mitorganisator des APC und des Friedendialogs Interviews mit Lihua Teng (China), verfolgt, weil sie der Falun-Gong-Bewegung angehört, dem Vater von Lama Geshe Tenzin Dhargye, Kunga Dondhup, der aus Tibet geflüchtet ist, der Exiltiberin Tenzin Youdong, staatenlos, in Indien als Tibeterin anerkannt, in Österreich gilt sie als Chinesin und einem der Protagonisten des Films dem Tibeter Tenzin Youdong, der heute als staatenloser in Indien lebt und dort Geografie studiert.

Am Friedensmarsch am folgenden Tag nahmen 168 Frauen und Männer aller Altersgruppen teil, darunter auch 19 Flüchtlinge aus Tibet, China, Afghanistan, Russland, Georgien, Tschetschenien, Syrien, Senegal, Guinea-Bissau und Gambia im Alter zwischen 18 und 56 Jahren. Am Krimmler Tauernhaus wurden sie vom Enkel der legendären Liesl Geisler-Scharfetter, der Wirtin des Krimmler Tauernhauses und damaligen Helferin der Flüchtlinge verabschiedet. Bei einer Rast an der Windbachalm berichteten die Flüchtlinge über ihre Schicksale. Auch der 99jährige Marko Feingold, ehemaliger Mitarbeiter der jüdischen Fluchthilfeorganisation BRICHA und Überlebender von vier Konzentrationslager sprach zu den Teilnehmern, Lama Geshe Tenzin Dhargye, der bis hier mit wanderte, verabschiedete sich mit Segenswünschen. Vor uns lag ein Marsch von 18 km mit einem Aufstieg ca. 1 011 Höhenmetern und einem Abstieg 1 068 Höhenmetern. An unserem Ziel in Kasern im Arntal werden wir 9 Stunden Marsch hinter uns haben. Auf der Passhöhe (2 633 m üM) wurden Gebetsfahnen gespannt und eine Tibetflagge sowie eine Pace-Fahne gehisst. Tamding Dorjee warf einer tibetischen Tradition folgend hunderte kleiner Zettel mit Gebeten in den blauen Himmel, die vom Wind zerstreut und weitergetragen wurden. Ein Großteil der Flüchtlinge, deren Asylbegehren noch nicht positiv entschieden ist, mussten mit ihrer Betreuerin Regine Kapeller am Krimmler Tauern, der Staatsgrenze zu Italien, aus rechtlichen Gründen umkehren. Die restlichen Wanderer, unter ihnen auch der Krimmler Bürgermeister Erich Cerny, stiegen bei sengender Hitze ins Südtiroler Ahrntal ab, wo sie in Kasern von den Bürgermeistern der Gemeinden Ahrntal und Prettau Robert Steger und Helmut Klammer begrüßt wurden. Nach einer kurzen Bewirtung fuhr ein Teil der Wanderer mit Bussen 250 km zurück nach Krimml, der andere Teil der Teilnehmer wanderte am Sonntag über die Birnlücke zurück nach Krimml.

Weitere Informationen, vor Allem auch geschichtliche Hintergründe unter: www.alpinepeacecrossing.org


Verfasser: Raimund Wimmer


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[Bilder]