Gerhard Baur

Dienstag, 24. April 2012

Gerhard Baur ist Regisseur, Kameramann, Produzent und Bergsteiger in einer Person. Er hat den Bergfilm in den letzten 35 Jahren entscheidend geprägt und gilt als der beste Bergfilmer der Welt.

Bergsteigen war für Gerhard Baur immer eine Leidenschaft, der er mit „Leib und Seele“ anhing. Bereits mit 17 durchstieg er die Matterhorn Nordwand und es gelangen ihm damals einige spektakuläre Erstbesteigungen im Rätikon und in den Alpen.

Er arbeitete bei verschiedenen Bergfilmproduktionen mit und beschloß, sein Berufsziel Lehrer gegen das eines Bergfilmers einzutauschen. Beim Bayerischen Fernsehen erhielt er 1968 die Chance, seinen ersten eigenen Film zu verwirklichen: - Die Erstbesteigung des „Großen Daches“ an der Westlichen Zinne in den Dolomiten. Am 18.11.1969 lief der erste Film in der neuen Sendung „UNTER UNSEREM HIMMEL“ mit dem Titel ‚Die Eiger-Nordwand‘.

Seit über 30 Jahren dreht Gerhard Baur nun Filme (er ist dabei fast immer Autor, Regisseur und Kameramann). Über 70 Dokumentarfilme entstanden. 1975 filmte BAUR mit seiner 16 mm Kamera bis auf den Gipfel des dritthöchsten Berges der Welt, den Kanchendzönga (8579m) im Himalaya und erhielt für den entstandenen Film in Trient den Grossen Preis , einen Goldenen Enzian‘ als international bester Film des Festivals. Sein erfolgreichster Kurzfilm „DIE ENTSCHEIDUNG“ (über 20 internationale Filmpreise) wurde für den Bundesfilmpreis für Kurzfilme nominiert.

Auch 2 Spielfilme über die dramatischen Erstbesteigungsgeschichten an zwei der schwierigsten Wände in den Alpen entstanden: mit dem Titel „DER WEG IST DAS ZIEL: „Die EIGER NORDWAND TRAGÖDIE 1936“ und „ GRANDES JORASSES NORDWAND“. Gedreht wurde mit kleinstem Team an Original Schauplätzen in den Wänden. Die schwere Last der Filmausrüstung, Steinschlag, Wetterunbilden und unwegsames Gelände sind erschwerende Gefahren und Risiken.

Für Werner Herzogs Film „Schrei aus Stein“ drehte Gerhard Baur die gefährlichen Kletterszenen in Südamerika.

Der Mensch im Grenzbereich einer extremen Natur, seine Erfahrungen und Abenteuer bei Expeditionen in die Eis- und Felswildnis höchster Berge, in schwer zugängliche Schluchten mit reißenden Wildwassern, die Entdeckung unbekannter Höhlen tief unter der Erde, aber auch wissenschaftliche Erkenntnisse, kulturelle Entwicklungen und die Achtung vor der Natur werden durch eine sehr persönliche Gestaltungsform dem Zuschauer vermittelt

Viele Filme von Gerhard Baur wurden mit internationalen Filmpreisen ausgezeichnet, mehrere Prädikatisierungen „Besonders wertvoll“, zweimalige Nominierung zum Bundesfilmpreis, 2 Goldmedaillen auf dem Internationalen Film & TV Festival in New York u.a..

„Wichtig ist, dass man Vertrauen zu seiner Redaktion hat, dass jemand hilft und Verständnis für die Probleme des Bergfilmes aufbringt“ Die persönliche Beziehung zur Himmel-Redaktion, die Identifikation mit den Themen für den Himmel, bilden die Basis seiner Arbeit.


Gerhard Baur

"Eiger Nordwand - durch das Tor des Scheiterns"

Er wollte etwas Außergewöhnliches leisten und musste mit dem Scheitern leben.

Die Bezwingung der Eiger Nordwand sollte die Erfüllung seines größten Wunschtraumes sein. – Doch nirgendwo sonst liegen Glück und Verzweiflung so dicht beieinander wie in den Bergen.

Es ist die Geschichte des jungen Allgäuer Kletterers Thomas Burger und seines Freundes Holger Wendel, die 1983 am Eiger den Abgrund zwischen Leben und Tod kennen lernten, die ein Drama überlebten, das in der Presse als das „Wunder in der Eiger Mordwand“ bezeichnet wurde.

Von einer unglaublichen Begeisterung getrieben träumten die beiden 18 und 19 Jahre alten Schüler von einem Leben mit und in den Bergen. Doch ein Wettersturz, mitten in der Wand, zerstörte jäh ihre Wünsche und Hoffnungen. Verzweifelt kämpften sie, lebend dem Inferno zu entrinnen.

Sie waren ohne viel Aufhebens heimlich in die Wand eingestiegen, niemand wusste Bescheid und niemand suchte nach ihnen.

Zwanzig Jahre danach erzählt Thomas Burger über das Drama, das sein Leben völlig verändert hat. Beim Klettern hatten sie die Erfüllung ihres Lebens gefunden und plötzlich mussten sie sich mit dem Sterben, dem Tod auf eine sehr nüchterne, natürliche Weise auseinandersetzen.

Er spricht von seiner Erfahrung, im Scheitern eine Chance für ein neues Leben zu sehen und in der Vielfalt der Möglichkeiten den Wert des Bergsteigens neu zu entdecken.
Es ist das Porträt eines jungen Menschen, der beim Bergsteigen sein Lebensglück, sein Lebensdrama und Lebensweisheit erfährt.


Gerhard Baur

HÖFATS - der einmalige Berg

An Föhntagen wirken die Berge des Allgäuer Hauptkammes gewaltig. Mitten drin ragt ein ganz besonderer Berg heraus – die Höfats - das Wahrzeichen der Allgäuer Berge. Mit ihren 2258 Metern nicht der höchste, jedoch der imposanteste Grasberg, zusammengesetzt aus winzigen, urzeitlichen Meerestierchen, den Deckelchen kleinster Ammoniten (sog. Aptychenkalk) und den Hornsteinkalken der Radiolarien. Die Erosion schuf an der Höfats außergewöhnlich scharfe, sehr steile, schroffe Spitzen und Grat – schneiden, die mit Gras bedeckt in den Himmel ragen. So entstand eine Gebirgslandschaft mit unverwechselbarer Identität, einer einzigartigen Blumenvielfalt und pflanzlichen Kostbarkeiten, die hier an der Höfats z.T. noch als einzigem Standort in den Bayerischen Alpen zu finden sind.

Das langstielige, großsternige Edelweiß, das Enzenperger bei seiner Besteigung 1894 noch an der Höfats in riesigen Mengen fand, wäre fast verschwunden, wenn nicht die Bergwacht sich für deren Schutz mit einer ‚Edelweiß Wacht’ eingesetzt hätte.

Von Gerstruben aus, einer der ältesten Hochsiedlungen des Allgäus, mit malerischen Häusern, führt einer der steilen Wege zum Gipfel. Rund um die Höfats hat sich noch ein Stück Urwelt erhalten. Zeitaufwändige Wetterstimmungen, Pflanzenbeobachtungen mit Zeitraffer, Tierbeobachtungen, Interviews mit Bergwacht, Geologen, Kletterern, Wanderern und Einheimischen, die mit, um und an dem Berg leben, zeigen ein Stimmungsbild der Höfats.


Gerhard Baur

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